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Altenpflege braucht Kompetenz und Herz: Diakonie und Caritas beenden Fortbildung für mehr Beratungskompetenz in der Pflege

Vor genau einem Jahr begann die trägerübergreifende, einjährige Fortbildung mit dem Namen „Beratungskompetenz stärken“. Sie endete nun mit einer feierlichen Zertifikatsübergabe und dem festen Willen, die Idee von Beratung in der Pflege gemeinsam fortzuführen.

Altenpflege braucht Kompetenz und Herz: Diakonie und Caritas beenden Fortbildung für mehr Beratungskompetenz in der Pflege

Melle. 160 Stunden, 20 Tage, unterschiedliche Orte, zwei Träger und erfolgreiche Teilnehmer – so lauten die Daten zu der von Diakonie und Caritas sowie begleitenden Partnern durchgeführten Fortbildung „Beratungskompetenz stärken“. Inhaltlich geht es um weit mehr: Aktuell werden die Beratungsressourcen und -kompetenzen der Pflegedienste von der Medizin nur begrenzt genutzt. Um die Beratungskompetenz in den Pflegediensten und damit das Vertrauen beispielsweise von Hausärzten in die Pflege-Beratung zu erhöhen, wurden ausgewählte Mitarbeiter beider Träger über ein Jahr lang umfassend geschult.

„Konkret bedeutet das, dass die teilnehmenden Pflegekräfte in ihren täglichen Führungs-, Beratungs- und Moderationsaufgaben gestärkt wurden, was in der Gesamtheit zu einer weit erhöhten Beratungskompetenz geführt hat“, erklärt Dirk Tietz, Leiter des Caritas-Pflegedienstes in Melle. Durch die weitere Qualifizierung der Pflegekräfte sollen die verfestigten Strukturen an den Sektorengrenzen zwischen Pflege und Medizin überwunden und neue Formen der Zusammenarbeit gefunden werden. „Dazu braucht es kompetente Pflegekräfte! Ganz gleich ob Caritas oder Diakonie: Wichtig ist, dass Menschen, die selbst oder für einen Angehörigen Unterstützung in der Pflege benötigen, eine kompetente Beratung erhalten und sich danach umfassend informiert und gut aufgehoben fühlen“, beschreibt Karin Freytag, Leitung des Diakonie-Pflegedienstes in Melle, die Situation Ratsuchender. „Mit der Fortbildung haben wir uns der Aufgabe gestellt, uns auf die Veränderungen von Berufsbild und Aufgaben vorzubereiten und hier einen sehr großen Schritt geschafft: Unsere Teilnehmer sind jetzt echte Profis in der Pflegeberatung!“

Sabine Weber, für den Bereich Altenhilfe verantwortliche Geschäftsführerin in der Diakonie Osnabrück, beschreibt die dringende Notwendigkeit eines Zusammenwirkens von Pflege und Medizin: „Die möglichen Formen der Betreuung von pflegebedürftigen Personen sind heute vielfältig und bedürfen ganz neuer Beratung. Eine Zusammenarbeit zwischen Arzt und Pflegedienst wird aus unserer Sicht unumgänglich, um zunehmende Situationen chronischer Krankheit und Pflegebedürftigkeit im häuslichen Umfeld auch bewältigen zu können.“ Weber betont zudem die sehr gute Zusammenarbeit zwischen Caritas und Diakonie: „Ein weiterer, besonders hervorzuhebender Aspekt unseres Projektes ist der ökumenische Ansatz. Wir, Diakonie und Caritas, haben uns bewusst für eine enge Zusammenarbeit entschieden und diese während der gesamten Fortbildung intensiv gelebt. Das war sehr wertvoll und konstruktiv.“ Dieser ökumenische Ansatz könnte vorbildlich für weitere wichtige Projekte im Sozialwesen sein.

Projektinitiator und Koordinator Martin Schnellhammer von der Plattform Living Lab freut sich, dass Caritas und Diakonie mit dem Projekt die Pflege in herausragender und innovativer Weise stärken, weil sie dem Berufsprofil durch die Beratungskompetenz eine neue Qualität verleihen. „Ein wichtiger Schritt zur Zukunftssicherung der Pflege.“

Als nächster Schritt ist die Auswertung der Machbarkeitsstudie für eine Pflegesprechstunde in Hausarztpraxen geplant. „Mit unserer trägerübergreifenden Fortbildungs-Initiative haben wir einen Anfang gemacht – wir wünschen uns darüber hinaus ein grundsätzliches Weiterdenken und eine spürbar positive Wirkung für die Melleraner Bewohner“, schließt Weber die feierliche Zertifikatsübergabe, deren Empfänger nach dem gemeinsamen Jahr ganz sicher in enger Verbindung und kollegialem Austausch bleiben werden.

Die Finanzmittel für das Projekt wurden durch die niedersächsische Landesregierung im Rahmen des Förderprogramms „Stärkung der ambulanten Pflege im ländlichen Raum“ zur Verfügung gestellt.

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