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Abend der Begegnung der Konferenz der Diakonie - Wohlfahrtsverbände können Nächstenliebe

Das Subsidiaritätsprinzip war Thema beim „Abend der Begegnung“ in der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück. V.li.: Stadtrat Wolfgang Beckermann, HHO-Geschäftsführer Heiner Böckmann, Diakoniepastorin Doris Schmidtke, Vorsitzende der Konferenz der Diakonie, Friedemann Pannen, Geschäftsführer der DIOS, und Prof. Dr. Gerhard Wegner.

Das Subsidiaritätsprinzip ist das Konzept zur Selbstbestimmung und Eigenverantwortung des Einzelnen und die Grundlage der Wohlfahrtspflege. Allerdings kommen Wohlfahrtsverbände nicht ohne die Unterstützung des Staates aus. Wie groß dieses Mitspracherecht sein kann, damit Wohlfahrtspflege unabhängig bleiben kann, fragte die Konferenz der Diakonie beim Abend der Begegnung.

Die Konferenz der Diakonie, der rund 40 diakonische Einrichtungen in Osnabrück Stadt und Land angehören, hatte zur Heilpädagogischen Hilfe nach Osnabrück-Sutthausen eingeladen, zahlreiche Vertreter der Kommunen, Kirchen und Sozialverbänden nahmen teil. „Wie frei ist die Wohlfahrtspflege? Subsidiarität auf dem Prüfstand“ so das Thema des Abends.

Gerade in diesem Jahr war das Thema gut gewählt, denn im 500. Jubiläumsjahr der Reformation geht es vielfach um die „Freiheit eines Christenmenschen“ – so die Positionsschrift des Reformators Martin Luther. Auch die während der Reformation propagierte Freiheit des Einzelnen vor Gott entwickele seit 500 Jahren politische Dimensionen, sagte Doris Schmidtke, Vorsitzende der Konferenz der Diakonie. Damit stellte sie die Verbindung zwischen staatlicher Mitsprache und sozialer Arbeit der Wohlfahrtsverbände her.

Mit Wolfgang Beckermann, Stadtrat für Bildung und Soziales in Osnabrück, und Gerhard Wegner, Sozialwissenschaftliches Institut des Evangelischen Kirche in Deutschland wurde lebhaft darüber diskutiert, wieviel staatliche Einmischung die Wohlfahrtspflege braucht und wieviel sie verträgt.

Das Fazit vorweg: Staat und Wohlfahrtsverbände – konfessionelle und freie – ergänzen sich, sie sind Partner, die voneinander profitieren. Ohne die Leistung des anderen sei Wohlfahrtspflege nicht vorstellbar.

Nach der Subsidiarität stehen Kommunen rechtlich über den Wohlfahrtsverbänden. Das sei keineswegs als Demütigung, sondern als Vertrauensverhältnis zu werten, versicherte Wolfgang Beckermann. Kommunen seien den Zwängen des Marktes unterworfen, Wettbewerbsstrategien, Controlling und Management also unerlässlich. „Die Kommunen legen die Richtlinien fest, dabei arbeiten wir transparent und als Partner der Wohlfahrtsverbände“, so der Stadtrat.

„Wir sollten denen mehr Freiheit lassen, die den Menschen näher stehen“, entgegnete Gerhard Wegner, der durch staatliche Vorgaben Einschränkungen in der sozialen Arbeit befürchtet. Das Subsidiaritätsprinzip ist für den Wissenschaftler die beste Möglichkeit, den Sozialstaat zu gestalten. Denn im Mittelpunkt diakonischer Arbeit stehen nicht Profit und Gewinn, sondern Menschen. Für Dokumentationspflicht und andere bürokratische Zwänge werde zu viel Kraft verbraucht. “Wir brauchen wieder Zeit und Geld, um Innovationen in der Wohlfahrtspflege in Gang zu setzen,“ so Wegner. Der Sozialwissenschaftler brachte es auf den Punkt: „Wohlfahrtsverbände können Nächstenliebe, dazu ist kein Staat und keine Kommune in der Lage.“

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