01.12.2011

Zukunftweisende Zusammenarbeit von vier Trägern

Hilfen unter einem Dach (Artikel aus der Neuen Osnabrücker Zeitung vom 25.11.2011)


„4JU“: In der Rabingenstraße 7 arbeiten vier Jugendhilfeträger für Kinder und Familien Hand in Hand. Foto: Petra Ropers

„4JU“: In der Rabingenstraße 7 arbeiten vier Jugendhilfeträger für Kinder und Familien Hand in Hand. Foto: Petra Ropers

Für Kinder, Jugendliche und junge Familien in Melle arbeiten vier Jugendhilfeträger Hand in Hand – und seit gestern auch unter einem Dach: In der Rabingenstraße 7 bündeln das Diakonische Werk des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Melle, die Jugendhilfe Kontakt e. V., das katholische Jugendhilfswerk Don Bosco und das Diakoniewerk Osnabrück mit seinem Verbund ambulanter Hilfen „Vamos“ ihre Kräfte.

Ratsuchende finden ab sofort an einer einzigen Adresse ein ganzes Netzwerk kompetenter und abgestimmter Hilfsangebote. „4JU“ – der Projektname ist gleich im doppelten Wortsinne Programm. Denn er verweist nicht nur auf die Kooperation der vier Jugendhilfeträger, sondern spielt zugleich ganz bewusst auch mit dem englischen „Für dich“. Schließlich bietet sich in der Rabingenstraße 7 schnelle und effektive Hilfe für jeden Einzelnen.

Eine intensive und konstruktive Zusammenarbeit verbindet das Diakonische Werk im Bereich der ambulanten Jugendhilfe bereits mit der Stiftung Hünenburg. Für das Projekt „4JU“ legten Kontakt e. V. und Diakonisches Werk vor über einem Jahr den Grundstein: Während andernorts noch über Zuständigkeiten für die neu geschaffenen Sozialräume diskutiert – und nicht selten auch geklagt – wurde, schlossen die beiden Träger einen Kooperationsvertrag.

Die positiven Erfahrungen machten Mut, noch einen Schritt weiter zu gehen: „Raus aus der Konfrontation, rein in die Kooperation“, brachte Heiko Grube, Leiter des Diakonischen Werkes, zur Eröffnung des Hauses das gemeinsame Bestreben auf den Punkt.

Ziel sei es, Doppelstrukturen zu vermeiden, effiziente Hilfen anzubieten und gemeinsam neue Ideen zu entwickeln. Und an denen fehlt es schon zum Auftakt der trägerübergreifenden Arbeit nicht.

So beginnt bereits in den kommenden Wochen ein neues Kreativangebot für benachteiligte Kinder. Als einen wichtigen Schritt in die Zukunft bezeichnete Bürgermeister André Berghegger die Vernetzung: „Sie haben aus einer schwierigen Situation etwas Positives gewonnen“, blickte er zurück auf die Diskussionen um die Sozialräumlichkeit.

Und die ließen zu Beginn eine derartige Zusammenarbeit nicht einmal erahnen. „Es fühlte sich anfangs schon etwas seltsam an, sich gegenseitig in die Karten schauen zu lassen“, räumte Heiko Grube ein. Doch nach erfolgreicher Renovierung gehen die vier Träger im gemeinsamen Gebäude nun mit Elan an den Start. Ihre gemeinsame Arbeit stellten sie ganz bewusst unter ökumenischen Segen, ausgesprochen durch Pastor Michael Wehrmeyer und Superintendent Wolfgang Loos.

Für Hilfesuchende ist dank der Zusammenarbeit im „4JU“-Haus an fünf Tagen in der Woche stets ein Ansprechpartner vor Ort. Telefonisch sind die Mitarbeiter zu erreichen unter 05422/ 7099-346 (Diakoniewerk), -373 (Diakonisches Werk), -345 (Don Bosco) oder -038 (Kontakt).

Der „Meller Weg“ der trägerübergreifenden Zusammenarbeit könnte unterdessen noch weitere Kreise ziehen: Ein „Sozialgipfel“ ist nach Auskunft Bergheggers bereits anvisiert, „um das soziale Netz in Melle noch engmaschiger zu knüpfen“.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung vom 25. November 2011 (Artikel: Petra Ropers)

 


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